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Einführung - Die Geschichte der Holographie

Holographie ist eine Methode, Objekte dreidimensional abzubilden. Die Informationen über das Objekt werden dauerhaft auf speziellem Filmmaterial gespeichert. Zur Aufnahme eines Hologramms ist allerdings eine kohärente und ausreichend starke Lichtquelle erforderlich, wie es nur bei einem Laser der Fall ist.

Der erste Laser, ein Rubin-Kristall-Laser, wurde 1960 von Theodore H. Maiman gebaut. Zwei Jahre später entwickelten die Wissenschaftler Ali Javan, William Bennet und Donald R. Herriott den Helium-Neon-Laser, der für die Holographie sofort zum wichtigsten Instrument wurde. Trotzdem wurde das physikalische Prinzip der Holographie bereits 1948 von Physiker Dennis Gabor entwickelt, der für diese Erfindung 1971 den Nobelpreis für Physik erhielt.

Gabors ursprünglicher Aufbau zur Aufnahme von Hologrammen ist die "In-Line-Methode". Sie wurde nach der Erfindung des Lasers von Leith und Upatnieks verbessert, indem sie mit zwei Strahlen arbeiteten, die erst unmittelbar vor der Photoplatte zusammen interferieren. Man nennt diese Methode "Zweistrahl-Verfahren".
Holographie als Kunstobjekt: "Tigermädchen"
In der Öffentlichkeit wurde die Holographie aber auch vor allem durch die "Kunst" bekannt. In zahlreichen Ausstellungen und zu Werbezwecken werden dem Betrachter faszinierende Objekte und Lichtphänomene in der dritten Dimension präsentiert.

Das Grundprinzip ist jedoch überall das gleiche. Bei der Belichtung des Objekts während der Aufnahme wird das Laserlicht je nach Form des Gegenstandes reflektiert. Da bei der Überlagerung zweier Wellen Verstärkungen und Auslöschungen des Lichts auftreten, bilden die Objektwellen, die vom Gegenstand reflektiert werden zusammen mit der Referenzwelle des zweiten Strahls auf dem Film ein individuelles Muster aus sich überlagernden Kreisen. Das Bild des Objekts wird also nicht wie bei einer Fotographie direkt auf den Film abgebildet. Vielmehr werden die vom Objekt erzeugten Wellenfronten, also die Lagen der vom Objekt gestreuten Lichtwellen aufgezeichnet. Daher enthält das Hologramm wesentlich mehr Informationen als ein normales Foto, bei dem nur die Amplitudenverteilung, also die Intensität des Lichts, nicht aber die Phasenverteilung gespeichert wird.

Zur Betrachtung des Hologramms benötigt man einen Laser mit derselben Wellenlänge wie der bei der Aufnahme verwendete, außer natürlich für Weißlicht-Reflexionshologrammen, die man, wie der Name schon sagt, bei normal weißem Licht betrachten kann. Durch das Muster der Wellenfronten auf dem Hologramm wird nun mit Hilfe des (Laser-)Lichts die ursprüngliche Objektwelle wiederhergestellt. Daher auch der Name: (griechisch holos: ganz, vollständig; graphein: schreiben). Erst durch Holographie wird es möglich, die komplette Information eines Objektes abzuspeichern.

Eine der wichtigsten Anwendungen der Holographie ist die Interferometrie. Dabei werden auf dem selben Film zwei Hologramme desselben Objekts aufgenommen. Treten zwischen den Aufnahmen Verformungen im Bereich der Lichtwellenlänge auf, sind diese bei späterer Interferogramm einer BremsscheibeBetrachtung klar zu erkennen. Man kann daher winzigste Verformungen, zum Beispiel bei Präzisionsteilen genau erkennen. Eine weitere Anwendung in der Technik ist Holographie als Datenspeicherung. Dabei werden einzelne Seiten mit hellen und dunklen Punkten als Informationen aus verschiedenen Winkeln auf einen Film abgebildet. Auf diese Weise wird es möglich, sehr viele Informationen auf kleinstem Raum zu speichern. Allerdings benötigt man zum Auslesen der Daten wiederum einen Laser, der sich um das Hologramm herum bewegen kann, um so die einzelnen Seiten abzurufen.
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© Matthias Firnkes, März 2001