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Der Strahlengang

Überlagerung, Interferenz und Wellenfronten

Reflexions-hologramme

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Quellen
Buch: Peter Heiß, Die neue Holographie-Fibel

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Grundlagen - Die Hologramm-
wiedergabe

Um ein Hologramm herstellen zu können, benötigt man neben dem kohärenten Licht des Lasers auch noch das Filmmaterial, um die Informationen über das Objekt, das man dreidimensional abbilden möchte, speichern zu können. Man muss dafür spezielles Holographie-Filmmaterial verwenden, da dieses ein wesentlich höheres Auflösungsvermögen besitzt als Normalfilm aus der Fotographie. Dieser kann je nach Art zwischen 200 und 400 Linienpaare pro Millimeter darstellen. Der Holographiefilm ist in der Lage, bis zu 6000 Paare von hellen und dunklen Linien abzubilden, was allerdings eine längere Belichtungszeit erfordert, die dann normalerweise im Sekundenbereich liegt. Diese hohe Auflösung wird deshalb benötigt, da das durch die Lichtwellen entstehende Interferenzmuster so unverstellbar fein ist, d.h. die vorhandenen Details zwischen 1µm und 0,1µm liegen. Um dieses Interferenzmuster zu erzeugen, benötigt man zwei Lichtwellen.


Der Strahlengang

Man muss den Strahlengang in der Holographie so wählen, dass der eine Lichtstrahl direkt auf den Film trifft (dieser Strahl wird auch als Referenzstrahl bezeichnet), und der andere Teil das Objekt so beleuchtet, dass es möglichst viel Licht auf den Film reflektiert. Der Strahl, der das Objekt beleuchtet wird meistens mit Objektstrahl bezeichnet. Objekt- und Referenzstrahl müssen bevor sie auf den Film bzw. auf das Objekt fallen mit einer Linse aufgeweitet werden. Man kann den Strahl auch direkt nach dem Laser mit nur einer Linse aufweiten.


Überlagerung, Interferenz und Wellenfronten

Interferenzringe auf dem FilmDurch die Überlagerung beider Wellen auf dem Filmmaterial entsteht durch Interferenz eine je nach Objekt unterschiedliche hell- dunkel-Verteilung. Bei genauerer Betrachtung sieht man, dass es sich dabei um ein wirres System von Ringen handelt, sogenannte Interferenzringe. Nach dem Huygensschen Prinzip sendet jeder Punkt der beleuchteten Objektoberfläche eine eigene Kugelwelle aus. Die vom Gegenstand zum Film reflektierte Lichtwelle wird also durch die Form des Objekts mehr oder weniger stark "verbogen". flacher AuftreffwinkelDas heißt, dass sich der Auftreffwinkel der Objektwelle auf den Film von Punkt zu Punkt ändert. Der Trick bei der Holographie ist nun der, dass sich durch die Überlagerung mit der Referenzwelle ein Interferenzmuster auf dem Film ausbildet, das alle Informationen über die Lage und die Phase der Objektwellen enthält. Man sieht das an folgenden Beispielen (siehe Abbildung 1 und 2). Trifft eine Front der Objektwelle steil auf den Film auf, so liegen die Interferenzringe nah beieinander. Trifft eine Objektwellenfront aber flach auf den Film auf, haben die Ringe einen größeren Abstand zueinander. steiler AuftreffwinkelAuf diese Weise wird die Lage eines jeden Punktes des Aufnahmegegenstands auf dem Film gespeichert. Man spricht hier auch von der "Wellenfronten"-Speicherung. Nach diesem Prinzip funktionieren alle Transmissionshologramme. Objekt- und Referenzstrahl müssen hierbei von der gleichen Seite auf den Film fallen. Nachteil der Transmissionshologramme ist aber, dass zu ihrer Betrachtung ein Laser notwendig ist, der von hinten durch den Film leuchtet. Daher auch der Name (Laser-) Transmissionshologramm, von lateinisch. transmittere = durchscheinen/durchlassen.


Reflexionshologramme

Der für den Hobbyholographen gebräuchlichere Typ dürfte allerdings das Weißlichtreflexionshologramm sein, das, wie der Name schon sagt, mit normalem Licht z.B. einer Halogenlampe oder direktem Sonnenlicht betrachtet werden kann. Der Unterschied zum Transmissionshologramm besteht darin, dass Objekt- und Referenzstrahl von entgegengesetzten Seiten auf den Film fallen. Dadurch kommt es zu sog. "stehenden Wellen", wodurch keine Interferenzringe, sondern ein Optisches Gitter ausgebildet wird. Die beiden Wellen verstärken sich durch ihre entgegengesetzte Richtung nur an ganz bestimmten Punkten in der Filmschicht. Diese Punkte liegen nicht nur auf einer Ebene, wie die Interferenzringe, sondern gehen auch noch in die Tiefe des Films, weshalb dieser eine bestimmte Dicke haben muss. Es gibt also mehrere parallele Schichten mit geschwärzten Punkten in der photographischen Emulsion, die etwa eine halbe Lichtwellenlänge voneinander entfernt sind. Im Abstand von einer Schicht zur nächsten ist nun die Information über die Wellenlänge der Objektwelle und im Aussehen des gesamten Gitters die objekttypische Wellenfront gespeichert. Bei der Wiedergabe mit weißem Licht wird jetzt nur eine Wellenlänge verstärkt, nämlich die, die durch den Schichtabstand bestimmt ist. Alle anderen Wellen schwächen sich gegenseitig ab. Durch Beugung an den Gitterpunkten wird wieder die ursprüngliche Objektwelle erzeugt. Das Hologramm sucht sich quasi aus dem weißen Licht, in dem alle Wellenlängen vorhanden sind, die Wellenlänge heraus, mit der die ursprüngliche Objektwellenfront wieder rekonstruiert werden kann.
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© Matthias Firnkes, April 2002