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Die Hologramm-Wiedergabe

Das pseudoskopische Bild

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Quellen
Peter Heiß: Die neue Holographie-Fibel

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Grundlagen - Hologrammtypen

Die Hologrammwiedergabe
Die Erkenntnis, dass ein Hologramm nach der Entwicklung aus mehr oder weniger engen durchsichtigen und undurchsichtigen Linien besteht, ist erst der halbe Weg zum Verständnis der Dreidimensionalität eines holographischen Bildes. Die zweite Hälfte besteht darin, zu verstehen, was mit dem Licht passiert, das bei der Beleuchtung eines fertigen Hologramms von einem im Raum schwebenden, aber nicht greifbaren Gegenstand auszugehen scheint.
Man betrachtet nun zunächst wieder den einfachsten Fall.
Eine Lichtwelle fällt auf einen einzigen kleinen Spalt, der nicht viel größer als die Lichtwellenlänge sein darf, also ca. 600nm. Durch den Spalt tritt aber nicht etwa ein einzelner Strahl durch, sondern die Welle verteilt sich im Raum dahinter kreisförmig, also in alle Richtungen. Auch hier hilft die Vorstellung von Wasserwellen weiter. Treffen Wellen immer im gleichen Takt auf eine Mauer mit einer engen Öffnung, so wird das Wasser in dieser Öffnung im gleichen Takt auf und ab bewegt. Von einer solchen Stelle gehen erfahrungsgemäß Kreiswellen aus. Hat man nun mehrere Öffnungen nebeneinander, breiten sich hinter jedem Spalt die Wellen kreisförmig aus. So kommt es zu einem Gewirr aus Wellenbergen und -tälern, die sich auf verschiedene Arten zusammenschließen. Genau das gleiche passiert auch bei der Hologrammwiedergabe mit dem Licht und den durchsichtigen und undurchsichtigen Stellen auf dem Film. Eine Möglichkeit wie sich die Wellen nach der Öffnung zusammenschließen besteht darin, dass man Wellen mit gleichem Radius betrachtet. Diese ergeben Wellenfronten, die parallel zu der ankommenden Welle verlaufen.
Mit zunehmender Entfernung vom Film ebnen sich die Einbuchtungen zwischen zwei Wellen immer mehr ein. Da sie in die gleiche Richtung verlaufen wie die Ursprüngliche Beleuchtungswelle, ist sie für uns aber nicht interessant. Rekonstruktion des holographischen Bildes durch Beugung an den SpaltenWenn man allerdings Fronten benachbarter Wellen verbindet, die jeweils um einen Takt, bzw. Berg oder Tal, früher (später) entstanden sind, erhält man schräg verlaufende Wellenberge ( -täler ). Im Bild ist das veranschaulicht. Es fällt nun auch auf, dass der Winkel, den diese Fronten mit dem Film einschließen, immer flacher wird, je weiter die Öffnungen voneinander entfernt sind. Das ist jetzt die Parallele zur Hologrammaufnahme. Hier entstehen durch flach auftreffende Teile der Objektwelle weit voneinander entfernte Öffnungen. Bei der Hologrammwiedergabe erzeugen diese Öffnungen nun erneut flache Wellenfrontteile. Genau das gleiche passiert auch mit einer steil auftreffenden Objektwelle. Bei der Rekonstruktion wird wieder die gleiche Wellenform erzeugt. So entsteht ein genaues Ebenbild der ursprünglichen Objektwelle. Deshalb ist ein Hologramm auch keine Sinnestäuschung. Man sieht einfach genau die selbe Welle, die auch vom realen Objekt ausgeht. Nur durch den Tastsinn können wir erkennen, dass bei einem Hologramm kein greifbares Objekt vor uns steht.
Man vergleicht Hologramme oft mit Fenstern. Verhängt man ein Fenster größtenteils, sieht man den Raum dahinter nur noch unter einem beschränkten Blickwinkel. Bei einem Hologramm ist es genau dasselbe.
Das Bruchstück eines Hologramms liefert nur noch die Information des Objekts, die im entsprechenden Wellenfrontabschnitt enthalten ist. So kann man auch das Verdecken und Freigeben des Hintergrunds durch den Vordergrund erklären. Betrachtet man das Hologramm aus einer Position, aus der bei der Aufnahme ein Stück des Hintergrunds durch den Vordergrund verdeckt war, so fehlt an genau dieser Stelle die Information der Objektwelle über den Hintergrund. Wenn aber bei der Aufnahme die Welleninformation dieses Hintergrundstücks aus einem anderen Winkel auf den Film gelangt ist, wird man beim fertigen Hologramm dieses Hintergrundstück, dass aus einer Richtung verdeckt ist, aus einem anderen Blickwinkel sehen können.


Das pseudoskopische Bild

Bei der Wiedergabe eines Hologramms entsteht noch eine weitere Welle neben der ursprünglichen. Entstehung des pseudoskopischen BildesDiese Welle verhält sich genau umgekehrt wie das Original. Die ursprüngliche Objektwelle kommt auf unserer Abbildung dadurch zustande, dass sich die Wellenteile der Kreiswellen zusammenschließen, deren Radien nach rechts hin gerechnet immer größer werden. Genauso entstehen aber auch Wellenfronten durch den Zusammenschluss von Kreiswellen, die von Öffnung zu Öffnung kleiner werden. Diese Wellenfronten haben die entgegengesetzte Neigung und verlaufen in eine andere Richtung als die bisher betrachteten. Daraus folgt, dass eine der beiden Wellen nicht der ursprünglichen Objektwelle entspricht. Für das Hologramm heißt das, dass alle Beulen des ursprünglichen Objekts zu Einbuchtungen werden, und umgekehrt alle Einbuchtungen zu Beulen. Sie können das auch sehen, wenn Sie ein Hologramm von der "falschen" Seite her beleuchten. Das dadurch erzeugte Bild wirkt wie ein Abdruck des eigentlichen Objekts. Solche Bilder nennt man deshalb "pseudoskopisch". Zum Schluss kann man sich noch überlegen, welche Auswirkung eine Positiventwicklung auf die Hologrammwiedergabe hätte. Bei den bisherigen Betrachtungen waren die stark belichteten Stellen diejenigen, die nach dem Entwickeln lichtundurchlässig werden, also negativ entwickelt. Bei einer Positiventwicklung werden alle belichteten Stellen durchsichtig, und die unbelichteten lichtundurchlässig. Bei beiden Methoden ändert sich aber nichts an den Abständen der durchlässigen zu den undurchlässigen Stellen. Deshalb hat die Art der Entwicklung überhaupt keine Auswirkungen auf das spätere holographische Bild. Für die Betrachtung der eben beschriebenen Hologramme muss das Laserlicht durch den Film strahlen. Der Film befindet sich also zwischen Laser und Betrachter. Der Fachbegriff für diesen Durchgang von Licht durch eine Substanz wird in der Optik als Transmission bezeichnet. Daher kommt auch der Name dieser Hologrammart: Lasertransmissionshologramme.
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© Matthias Firnkes, Oktober 2001