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Allgemeines

Abkürzung
für englisch "light amplification by stimulated emission of
radiation", "Lichtverstärkung durch angeregte Emission
von Strahlung". Der Laser ist ein Gerät zur Erzeugung
sehr intensiver, äußerst stark gerichteter und kohärenter
Lichtstrahlen. Er beruht auf demselben physikalischen Prinzip
wie der Maser (daher auch die Bezeichnung optischer Maser).
Das wichtigste Teil des Lasers ist ein geeignetes Medium,
z.B. ein Rubinkristall, mit zwei verspiegelten parallelen
Endflächen, von denen eine das Licht voll reflektiert, während
die andere Licht z.T. aus dem Kristall austreten lässt. Meist
wird durch Einstrahlung einer (ultravioletten) Hilfsfrequenz
zunächst ein höherer Energiezustand der Elektronen im Kristall
angeregt, von dem aus durch rasche Energieübertragung ein
Übergang in ein metastabiles Niveau erfolgt, das normalerweise
Ausgangszustand eines Fluoreszenzlichts ist (beim Rubin mit
einer Wellenlänge von 694 nm). Der metastabile Zustand wird
durch dieses sog. optische Pumpen mit vielen Teilchen besetzt.
Durch den Lasereffekt der induzierten Emission (siehe Maser)
entsteht eine Fluoreszenzstrahlung, die im Kristall zwischen
den verspiegelten Flächen hin und her läuft und als paralleles
Lichtstrahlenbündel austritt.
Neben den kristallinen Festkörper-Lasern, zu denen der Rubin-Laser
zählt, wurden zahlreiche andere Lasertypen entwickelt: Laser
mit gasförmigem Lasermedium sind die Gas-Laser (z. B. Helium-Neon-Laser),
die Ionen-Laser (z. B. Argon-Laser) und die Molekül-Laser
(z. B. Kohlendioxid-Laser); der Glas-Laser (z. B. Glas-Neodym-Laser)
und der Halbleiter-Laser (z. B. GaAs-Laser) zählen neben kristallinen
Festkörper-Lasern zu den Festkörper-Lasern; Laser mit flüssigem
Medium sind die chemischen Laser (z. B. Jod-Laser) und die
Farbstofflaser.
Eine andere Art der Einteilung beruht auf der Betriebsart
des Lasers: Dauerstrich-Laser (z. B. He-Ne-Laser, Impulsdauer
> 0,1 s), Impuls-Laser (z. B. Rubin-Laser, Impulsdauer zwischen
1 ms und 0,1 s) und Riesenimpuls-Laser (Impulsdauer zwischen
1 ns bis 1 ms). Während die meisten Laserarten nur Licht einer
Wellenlänge oder in einem engen Wellenlängenbereich emittieren,
können Farbstoff-Laser in einem weiten Wellenlängenbereich
durchgestimmt werden. Halbleiter-Laser bzw. Laserdioden sind
für einen weiten Wellenlängenbereich ab 0,404 nm (blaues Licht)
bis zum Infraroten (mehrere nm) erhältlich.
Laser sind heute aus vielen Bereichen von Wissenschaft und
Technik nicht mehr wegzudenken; sie finden u. a. Anwendung
in Druckern, zur Holographie und Interferometrie, im Vermessungswesen,
in der Chirurgie und Augenheilkunde, zur Bestimmung des Schadstoffgehalts
der Luft, in der Mess- und Nachrichtentechnik, zum Schweißen
und Schneiden von Werkstücken, zum Härten und Legieren von
Oberflächen, zur Materialbeschriftung, in der Laserchemie
bei der Herstellung von Vinylchlorid, in der Festkörper- und
Fusionsforschung.
Da beim Betrieb von Lasern punktuell sehr hohe Leistungen
auftreten, müssen die Unfallverhütungsvorschriften streng
beachtet werden, um direkte und indirekte Gesundheitsschäden
durch den Umgang mit Lasern zu vermeiden (Gefahr von Augenschäden,
Brandgefahr, Gefahr der Bildung giftiger Gase durch Zersetzung
bestrahlter Stoffe usw.).
Die
Geschichte des Lasers

Die Theorie des Lasers geht auf die
Formulierung der stimulierten Emission durch A. Einstein zurück.
Ch. Townes war der erste, der diese Emission für der Verstärkung
einsetzte, indem er den Maser (engl. Microwave Amplification
by Stimulated Emission of Radiation) entwickelte.
Die ersten Maser wurden mit Ammoniak-Dampf realisiert; die
Emissionswellenlänge von 1,25 cm war in der Größenordnung
der Apparaturdimension. 1958 dachten Townes u. A. Schawlow
darüber nach das Maser-Prinzip in den optischen Wellenlängenbereich
zu übertragen. Da dort aber die Wellenlängen im Bereich von
0,5 mm sind, müssen viel höhere Anforderungen an die Genauigkeit
des Aufbaus gestellt werden.
Sie entwickelten das Konzept eines optischen Verstärkers,
der sich in einem Resonator aus optischen Spiegeln befindet.
1964 erhielten Townes u. die sovietischen Physiker A. M. Prokhorov
u. N. Basov den Nobelpreis für Physik für die Entwicklung
des Maser-Laser-Prinzips.
Schawlow erhielt ihn 1981 (zus. mit N. Bloembergen u. K. M.
Siegbahn) für die Spektroskopie an Wasserstoff. Experimentell
wurde der erste Laser 1960 von
T. H. Maiman (Hughes Research Lab.) realisiert. Es war ein
Rubin-Laser, der durch Blitzlampen gepumpt wurde. Den optischen
Resonator bildeten Bedampfungen auf den flachen Enden des
Rubin-Kristalls.
Die
Entwicklung weiterer Laser
Lasertypen

Festkörperlaser
Die gebräuchlichsten Festkörperlasermedien sind Stäbe
aus kristallinem Rubin oder Neodym enthaltenden Gläsern oder
Kristall. Die Enden eines solchen Stabes sind als zwei parallele
Flächen ausgeführt und mit einem hochreflektierenden nichtmetallischen
Spiegelbelag versehen. Festkörperlaser bieten die höchste
Leistungsausbeute. Sie werden üblicherweise in gepulster Betriebsart
benutzt, um einen kurzzeitigen intensiven Lichtblitz zu erzeugen.
Kurze Pulse in der zeitlichen Größenordnung von 12 x 10-15
Sekunden sind erreichbar und wichtig, um etwa physikalische
oder biologische Ereignisse von kürzester Dauer untersuchen
zu können. Das optische Pumpen geschieht mittels Xenon-Blitzröhren,
Lichtbogen- oder Metalldampflampen. Die Frequenzbandbreite
kann in den Infrarot- und Ultraviolettbereich erweitert werden,
indem mit Hilfe geeigneter Kristalle die Ausgangsfrequenz
des Lasers vervielfacht wird, Frequenzen im Röntgenbereich
werden erzielt, indem man Yttrium mit Laserstrahlen beschießt.
Gaslaser
Das Lasermedium eines Gaslasers kann ein reines Gas,
ein Gasgemisch oder Metalldampf sein und befindet sich zu
diesem Zweck normalerweise in einem zylindrischen Gefäß aus
Glas oder einem Quarzrohr. Die zwei Spiegel, die den Laserresonator
bilden, sind außerhalb dieses Gefäßes angebracht. Gaslaser
werden mit UV-Licht, Elektronenstrahlen, elektrischem Strom
oder über chemische Reaktionen gepumpt. Der Helium-Neon-Laser
ist bekannt für seine Frequenzstabilität, Farbreinheit und
minimale Strahlaufweitung. Kohlendioxidlaser haben einen sehr
hohen Wirkungsgrad und sind mithin die leistungsstärksten
Laser für den Dauerbetrieb.
Halbleiterlaser
Halbleiterlaser sind in ihren Abmessungen
die kompaktesten Laser und bestehen aus einem Verbund verschiedener
Halbleiterschichten mit unterschiedlichen elektrischen Leitfähigkeiten.
Der Resonator ist durch zwei reflektierende Bruchflächen auf
den Bereich der Rekombinationszone beschränkt. Die hierzu
am häufigsten verwendeten Halbleitermaterialien sind Galliumarsenid,
Indiumphosphid und Galliumnitrid. Das Pumpen erledigt der
über das Rekombinationsgebiet fließende elektrische Strom.
Halbleiterlaser sind geeignet für den Dauerbetrieb und erreichen
Wirkungsgrade über 50 Prozent. Es gibt theoretische Ansätze
zu einer Methode, die es gestatten soll, die aufgewandte Energie
noch wirksamer auszuschöpfen. Dabei sollen winzige Laser vertikal
in Schaltkreisen so angeordnet werden, dass sie in einer Dichte
von über einer Million pro Quadratzentimeter zu liegen kommen.
Alltagsanwendungen von Halbleiterlasern sind z. B. CD-Spieler
(siehe Tonaufnahme und -wiedergabe) und Laserdrucker.
Flüssigkeitslaser
Die häufigsten flüssigen Lasermedien sind anorganische Farbstoffe
in einem Glasgefäß. Sie werden im Pulsbetrieb mit intensiven
Blitzlampen oder im Dauerbetrieb mit einem Gaslaser gepumpt.
Die Frequenz eines durchstimmbaren Farbstofflasers kann mit
Hilfe eines im Resonatorraum befindlichen Glasprismas eingestellt
werden.
Elektronenlaser
1977 gelang es, Laser zu konstruieren, die mit Strahlen freier
Elektronen (die nicht an Atome gebunden sind) arbeiten. Ähnlich
wie Farbstofflaser sind Elektronenlaser durchstimmbar. Sie
wären möglicherweise auch dazu geeignet, hochenergetische
Strahlung zu erzeugen (z. B. Synchrotronstrahlung).
Anwendungen

Medizin
Je nach Wellenlänge, eingesetzter Energie und Pulslänge wird
biologisches Gewebe koaguliert (=ausflocken, gerinnen lassen),
carbonisiert oder vaporisiert (=verdampfen). Besonders das
Koagulieren setzt man sehr erfolgreich in der Chirurgie stark
durchbluteter Organe ein. Weitere etablierte Techniken sind
das Fixieren der Augennetzhaut, das Abtragen von Warzen u.
Melanomen von der Haut, das Abtragen von Karzinomen im gynäkologischen,
Hals-Nase-Ohren-, Bronchial- und Magen-Darm-Bereich, sowie
das Rekanalisieren von Arterien. Durch kurze Pulse kann Gewebe
ohne Wärmeeinwirkung auf die Umgebung abgetragen werden (Mikrochirurgie).
Neue Verfahren, die sich zum Teil in der klinischen Testphase
befinden, beziehen sich auf Steinzertrümmerung, gezieltes
Abtragen der Augenhornhaut um Weit- oder Kurzsichtigkeit zu
korrigieren, Angioplastie von Herzkoronargefäßen sowie auf
die photodynamische Therapie.
Materialbearbeitung
Bohren, Fräsen, Schneiden, Markieren u. Schweißen bes. von
hochschmelzenden Materialien. Die Lasertechnik hat sich etabliert
sowohl zum Schneiden von Zentimeterdicken Stahlplatten, wie
auch für filigrane Arbeiten auf elektronischen Mikrochips.
Vorteil des Lasers sind die geringe Materialerwärmung und
die hohe Präzision.
Messtechnik
Im Baugewerbe werden Laser zum Ausrichten und Entfernungsmessen
eingesetzt, in Flugzeugen als Laserkreisel zum Messen von
Drehbewegungen. In der Geologie wird durch Laser die Drift
von Schollen der Erdkruste ausgemessen, sowie durch Aussenden
von Laserpulsen zu Reflexionssatelliten die Höhe von Bergen
oder Senken in der Meeresoberfläche. Der Einsatzbereich von
Lasern für die Entfernungsmessung reicht von der Bestimmung
des Abstandes Erde-Mond bis Ausmessen des Gitterabstandes
von Kristallen (Avogadro-Konstante).
Militär
Abgesehen von dem viel diskutierten SDI-Programm (chemische
Laser) werden Laser auch in diesem Bereich bereits eingesetzt.
Bei den sog. "smart bombs" wird das Zielobjekt durch einen
Laser beleuchtet und die Bombe oder Rakete über Photosensoren
und einen Rechner gesteuert genau in das Ziel gelenkt.
Datenübertragung und Informationstechnik
Der modulierte Strahl eines Diodenlasers wird
über eine Lichtleitfaser geführt und erlaubt eine wesentlich
höhere Datenübertragung als mit herkömmlichem Kupferkabel.
Durch Laser wird die Information von CD-Platten oder
das codierte Strichmuster (bar code) auf den Artikeln
im Supermarkt gelesen.
Sicherheit
im
Umgang mit
Lasern

Weil das menschliche Auge Laserlicht aufnimmt wie anderes
Licht auch, besteht wegen der hohen Lichtleistungskonzentration
beim Laser immer die Gefahr von Augenschäden, insbesondere
von Netzhautverletzungen. Daher sollte Laserlicht unter keinen
Umständen in die Augen gelangen können, weder direkt noch
als reflektiertes Licht. Nur besonders ausgebildetes Personal
mit geeigneten Schutzbrillen darf mit Lasern hantieren.
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