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Hier soll nun
ein Ablaufplan für eine vollständige Hologrammaufnahme
besprochen werden. Angefangen bei der Justierung des Strahlenganges
bis hin zur Rahmung des fertigen Hologramms, wird in diesem
Teil verstärkt auf praktische Tipps und Tricks eingegangen.
Die Vorbereitungsphase
Zunächst sollte man die Entwicklerstraße vorbereiten,
die man später für die Entwicklung des belichteten
Filmmaterials benötigt. Kurz gesagt: Alles, was man im
Hellen, bei normaler Raumbeleuchtung erledigen kann, sollte
auch getan werden.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass es vorteilhaft ist, wenn man
die Entwicklerschälchen in der Reihenfolge anordnet, in
der sie bei späterer Verarbeitung auch gebraucht werden.
In der Regel ist dies bei Reflexionshologrammen das Entwicklerbad,
ein Vorwässerbad, ein Bleichbad, sowie ein Schälchen
für das Netzmittel. Das Hauptwässerungsbecken kann
je nach Platzbedarf angeordnet werden.
Wie bereits erwähnt, sollte in der Vorbereitungsphase alles
erledigt werden, was im Hellen erledigt werden kann. Folglich
ist es ratsam das Netzmittelbad bereits entsprechend anzusetzen,
die Wässerungsbecken mit Wasser zu füllen, alle Chemikalien,
die später gebraucht werden (Bleichflüssigkeit, Entwickler)
bereitzustellen und von Vorteil kann es ebenfalls sein, wenn
man die drei Bestandteile des Entwicklers im entsprechenden
Verhältnis in drei Standzylinder oder ähnliche Gefäße
füllt, so dass das Abmessen der Bestandteile nicht im Grünlicht
durchgeführt werden muss.
Arbeitsmaterialien wie Zangen, Gummihandschuhe, Klemmen, Schere,
Stoppuhr, Taschentücher, Fön, usw. sollten ebenfalls
vor jeder Hologrammaufnahme bereitgelegt werden. Hat man diese
Vorbereitungen getroffen und sich eine kleine Arbeitsfläche
geschaffen, auf der man ggf. den Film zuschneiden und eventuell
Gebrauchsmaterialen ablegen kann, kann es mit der Befestigung
des Aufnahmeobjektes weitergehen.
Befestigung
des Aufnahmeobjektes
Ist ein geeignetes Aufnahmeobjekt gefunden (den Stabilitätsanforderungen
der Holographie entsprechend), so muss man es auch noch richtig
hinter dem Filmmaterial befestigen. Hier kann leider keine genaue
Anleitung gegeben werden, da die Befestigung von Gegenstand
zu Gegenstand unterschiedlich sein kann und individuell, je
nach Aufnahmeobjekt, gelöst werden muss. Prinzipiell muss
allerdings immer daran gedacht werden, dass jede noch so kleine
Störung zum Scheitern der Hologrammaufnahme führen
könnte.
An dieser Stelle noch ein Tipp: Am besten ist es, wenn man die
Objekthalterung an der eigentlichen Filmhalterung befestigt
(oder umgekehrt), da auf diesem Wege, eine Relativbewegung von
Film zu Objekt auszuschließen ist.
Justierung
des Strahlenweges
Nun beginnt der schwierigste und zeitintensivste Teil einer
Hologrammaufnahme (zumindest sollte man sich unserer Ansicht
nach für diesen Teil die meiste Zeit nehmen): Das Justieren
des Strahlenganges.
Wir wollen im folgenden lediglich die Justierung eines Einstrahlaufbaus
beschreiben, die Justierung eines Zweistrahlaufbaus ist im wesentlichen
ähnlich, nur etwas zeitaufwendiger, da man es mit zwei
Strahlen zu tun hat, die aufeinander abgestimmt sein müssen.
Zunächst sollte man den Strahlenweg ohne Linse(n) aufbauen
(also nur mit Spiegel und ggf. Strahlteiler, Film- und Objekthalterung),
wobei man natürlich sagen muss, dass der Platzbedarf des
Strahlenganges vom Dämpfungstisch und der Brennweite der
eingesetzten Linse(n) abhängig ist. Dabei ist stets darauf
zu achten, dass der Strahl nach dem Laseraustritt möglichst
eine Höhe hält und nicht nach oben bzw. nach unten
läuft. Ziel des Strahlenganges ist es, den Strahl durch
den Film auf das Objekt zu lenken. Der Laserpunkt sollte nach
dieser ersten "groben" Justierung auf den Teil des
Objektes treffen, der später das Wesentliche des Hologramms
ausmachen soll. Ist dieser Weg justiert, folgt die Feinjustierung
der optischen Komponenten.
Je nach Größe des aufzunehmenden Objektes muss der
Laserstrahl mehr oder weniger aufgeweitet werden, um das Objekt
vollständig auszuleuchten. In welchem Abstand die Linse
vor das Objekt montiert werden muss, hängt ausschließlich
von der Brennweite der Linse ab. Grundsätzlich sollte man
den Strahl jedoch immer etwas mehr aufweiten, als die Ausmaße
des Gegenstandes sind, da in den Randbereichen des Laserstrahlquerschnittes
die Lichtintensität (Helligkeit) sehr rasch absinkt, was
aber optisch mit dem Auge nicht unbedingt feststellbar ist.
Deshalb gilt: Die Aufweitung immer ca. 4-6cm größer
wählen, als das eigentliche Objekt. Tipp: Um den aufgeweiteten
Stahl besser zu sehen, kann ein weißes Blatt Papier an
der Stelle des Objektes weiterhelfen.
Hat man nun die Position der Linse festgelegt, so kommt der
schwierige und zeitintensive Part, denn bis hier ging alles
noch relativ zügig.
Die Linse lässt sich nämlich um drei Achsen drehen
bzw. verschieben (1 Achse Linsenhöhe, 2 Achsen relativ
zum Einfallsstrahl), wobei der Strahl nur in einer ganz bestimmten
Linsenposition optimal durch die Linse aufgeweitet wird. Um
optimale Ergebnisse des aufgeweiteten Strahlquerschnittes zu
erzielen, ist es ratsam den aufgeweiteten Strahl mit Hilfe eines
weißen Schirms oder weißem Blatt Papier/Pappe aufzufangen,
so dass der Strahl besser beobachtet werden kann. Nun verändert
man an der Linse einen Parameter, zum Beispiel die Linsenhöhe,
und beobachtet wie sich die Änderung auf dem weißen
Schirm auswirkt. Ist der Strahl "sauberer" und intensiver,
so ist man dem Ziel ein Stück näher gekommen, nämlich
einen optimalen Strahl zu erhalten. Man wird schnell feststellen,
dass es gar nicht so einfach ist, dies durchzuführen. Geduld
steht hier an oberster Stelle.
Eventuell muss die Linse auch gereinigt werden, da oftmals kleinste
Staubkörnchen auf der Linsenoberfläche unschöne
Beugungsbilder am aufgeweiteten Laserstrahlquerschnitt hinterlassen,
die im übrigen auch später auf dem Hologramm wiederzufinden
sind. Die Reinigung kann per Reinigungstuch mit Fensterputzmittel
oder besser mit einem Ultraschallbad erfolgen (mit anschließender
Lufttrocknung).
Was ebenfalls noch helfen kann einen "sauberen" Strahl
zu bekommen, ist ein sogenanntes Raumfilter, was im Prinzip
nichts anderes ist, als ein sehr kleines Loch (nur wenige Mikrometer
im Durchmesser), durch das der Laserstrahl im Brennpunkt der
Linse läuft. Das Raumfilter hat den Sinn, evt. durch vorhandene
Kratzer oder Staubpartikel auf der Linsenoberfläche hervorgerufene
Interferenzen im Laserstrahl zu beseitigen.
Die Aufnahme
Nachdem der komplette Strahlengang justiert ist, schließt
man die Dunkelkammertür und schaltet das Grünlicht
ein. Der Film kann nun der Verpackung entnommen werden. Nachdem
der Film mit der lichtempfindlichem Emulsionsseite dem Objekt
zugewandt (vgl. Lippentest) in die Filmhalterung eingelegt wurde,
muss gewartet werden, bis sich alle Vibrationen und Störungen
aufgelöst haben. Es empfiehlt sich mindestens 5 Minuten
zu warten, ehe man belichtet. Die letzten 10 bis 20 Sekunden
sollte es im Raum ganz still sein, ebenso sollte man hastige
Bewegungen vermeiden. Die Strahlabdeckung wird für die
Belichtungsdauer geöffnet. Dabei ist peinlichst darauf
zu achten, dass keine anderen optischen Komponenten oder der
Aufbau selbst berührt werden. Nach der Belichtung wird
der Film der Halterung entnommen und entwickelt.
Entwicklung
des belichteten Hologramms
Beim Entwickeln des belichteten Filmstücks wird der anfangs
transparente Film nach und nach dunkler. Es wird dabei das Silberhalogenid
an den belichteten Stellen in Silber reduziert. Das Filmstück
muss dabei solange in der Entwicklerlösung verweilen, bis
eine deutliche Schwärzung eingetreten ist. Nach der anschließenden
Wässerung, dem Bleichen und der Hauptwässerung, die
nicht unter 5 Minuten dauern sollte, kommt der Film für
ca. eine halbe Minute in ein Netzmittelbad. Das Netzmittel verringert
die Oberflächenspannung des Wassers und bewirkt so, dass
das Wasser besser und gleichmäßiger von der Filmoberfläche
ablaufen kann. Mit Hilfe des Netzmittels lassen sich Kalkflecken
beim Trockenvorgang vermeiden.
Trocknung des
Hologramms
Bei
der Trocknung des noch nassen Hologramms muss man sehr darauf
achten, dass der heiße Luftstrom nicht zu nah an das Hologramm
gehoben wird. Außerdem ist es ratsam, dass dieser möglichst
aus einer Richtung auf das Hologramm trifft, so dass das Wasser
gleichmäßig abtropfen kann und keine sogenannten
Trocknungsflecken entstehen. Man kann vor dem ganzen Trockenvorgang
noch einen kleinen Test machen, um zu sehen, ob das Hologramm
etwas "geworden" ist. Hält man nämlich das
Hologramm gegen einen Halogenspot und schaut durch das Hologramm
hindurch auf den Spot, so sieht man schillernde Regenbogenfarben
auf dem Hologramm.
Betrachtet
man das Hologramm beim Trocknen unter einem Halogenspot, so
wird man erkennen, dass sich das Hologramm allmählich immer
mehr zeigt. Je nach Richtung, aus der der warme Luftstrom auf
das Hologramm trifft, sieht man eine Front auf dem Film, die
das Hologramm immer weiter freigibt.
Rahmung des fertig entwickelten Hologramms
Wenn man Hologramme im Handel sieht, dann wird man oftmals anfänglich
nicht sehr viel gemeinsames mit den eigenen, selbst hergesellten
Hologramme finden können. Doch der Schein trügt.
Schließlich werden auch die käuflich erwerbbaren
Hologramme nach den selben physikalischen Prinzipien aufgenommen,
wie die eigenen.
Das was einem als erstes optisch auffällt, wenn man ein
gekauftes mit einem selbsterstellten Hologramm vergleichen wird,
ist wohl, dass das selbsterstellte Hologramm transparent ist
und man, wie bei einem Fenster, hindurchblicken kann. Deshalb
sprüht man das Hologramm einfach mit schwarzem Sprühlack,
der in jedem Bastel- und Schreibwarengeschäft erhältlich
ist, auf der Seite des Hologramms, auf der bei Betrachtung das
"invertierte", gewölbte Bild entsteht (pseudoskopische
Bild), an.
Der nun schwarze und undurchsichtige Hintergrund des Hologramms
hat noch einen anderen wesentlichen Vorteil, nämlich wirkt
das Hologramm durch den erhöhten Kontrast um einiges lichtstärker.
Ist der Sprühlack vollständig getrocknet (z.B. im
Backofen), wird das Hologramm gerahmt. Hierzu besorgt man sich
Tonkarton, der auf einer Seite weiß, auf der anderen schwarz
ist. Den Rahmen sollte man aus ästhetischen Gründen
in etwa doppelt so lang und doppelt so breit, wie das Hologramm
zuschneiden, wobei hier natürlich künstlerische Freiheit
gilt. Nun kommt der etwas schwierige Teil: In den dicken Karton
muss ein Fenster für das Hologramm geschnitten werden.
Man kann einen 90°-Schnitt machen oder - was besser aussieht
- einen 60°-Schnitt. Durch den etwas flacheren Schnittwinkel
kommt der weiße Karton des zweischichtigen Tonkartons
zum Vorschein. Wie man diesen 60°-Schnitt macht, ist nicht
ganz einfach, lässt sich allerdings mit etwas handwerklichem
Geschick durchführen, indem man eine Vorrichtung baut,
bei der das Schnittmesser um 60° gekippt ist.
Das
Hologramm wird nun auf der weißen Seite des Tonkartons
mit Tesafilm an den Rändern festgeklebt, so dass es von
der anderen, schwarzen Seite des Rahmens durch das Fenster sichtbar
ist. Zu guter letzt wird an die Rückseite des Tonkartons
aus Stabilitätsgründen und zum Schutz des Hologramms
ein weißer Karton geklebt. |
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