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Der schwingungsgedämpfte Tisch

Der Aufbau

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Das Aufnahmematerial

Die Holographie setzt durch ihre besonderen physikalischen Eigenschaften ganz besondere Gegebenheiten voraus. Neben einem Laser als Lichtquelle, die den Film belichtet, muss auch für einen absolut schwingungsfreien Aufbau der optischen Komponenten gesorgt werden, denn kommt es während der Belichtung, die zum Teil mehrere Sekunden betragen kann, zu Verwacklungen in der Größenordnung der Laserlichtwellenlänge (632 Nanometer), also nur wenigen tausendstel Millimetern, so erhält man nicht etwa ein unscharfes Bild, ähnlich wie bei der Fotographie, wenn sich das Objekt zu schnell am Film vorbeibewegt, sondern gar kein Bild, sprich man
wird nach dem Entwickeln des Filmes kein Objekt wiedererkennen können (siehe auch "Mögliche Fehlerquellen bei der Aufnahme"). Folglich ist bei der Holographie ein komplett schwingungs- und vibrations-gedämpfter Aufbau unerlässlich. In professionellen Holographielabors wird dies durch pneumatisch gedämpfte, teilweise bis zu tonnenschweren Tischen realisiert, auf denen dann die optischen Geräte, wie Laser, Spiegel, Strahlteiler, Filmhalterung und so weiter aufgebracht werden (Abb. oben).
Doch auch mit mit normalem Einkommen lässt sich ein guter Tisch selbst herstellen.
Das Prinzip beziehungsweise die Funktionsweise eines solchen Tisches ist im wesentlichen genau das gleiche wie in den Profilabors: Eine möglichst schwere Masse lagert auf einem Medium, welches sich schon bei kleinster Belastung verformt. Grundlage des Tisches stellt somit eine Holzkiste dar, in die Stahlplatten oder ähnliches eingelegt wird. Die Kiste verfügt über einen Deckel, so dass man eine ebene Oberfläche der Kiste erhält. Diese Kiste wird nun auf vier Motorrollerschläuchen gelagert. Damit dieser ganze Aufbau jedoch nicht zu tief steht, kann man vier zylindrische, (50cm hohe) Stahlfüße (Eigengewicht ca. 100kg) verwenden, die noch einen anderen Vorteil bieten: Man sieht in nebenstehender Abbildung, dass in jeder der vier Stahlfüße Verstrebungen eingeschweißt wurden, die sich ca. 7cm unterhalb der Oberkante der Füße befinden. Auf diese Verstrebungen werden nun kreisförmige Holzplatten gelegt, auf denen wiederum jeweils ein Motorradschlauch platziert wird. Mittels zweier Pumpen und Luftzufuhrschläuchen lassen sich die Motorradschläuche aufpumpen und heben somit die Holzkiste einige Zentimeter über die Oberkante der Stahlfüße. Lässt man die Luft entweichen, so senkt sich die gesamte Apparatur, bis ihr vollständiges Gewicht auf den Stahlträgern lastet. Durch diese Konstruktion ist es nun möglich, den Tisch, der ein Gesamtgewicht von etwa einer viertel Tonne besitzt, bei Aufnahmen zu heben, bzw. bei Nichtgebrauch wieder abzusenken, so dass die komplette Masse des Tisches nicht immer auf den Schläuchen lastet. Zu erwähnen wäre noch die 80x80cm große Stahlplatte, welche auf dem Deckel der Holzkiste liegt. Sie hat den Sinn und Zweck, die Halterungen der optischen Komponenten, welche magnetisch sind (im folgenden Magnetfüße genannt), auf der Stahlplatte zu fixieren. Der schwingungsgedämpfter Tisch stellt die Grundlage für den eigentlichen Aufbau der optischen Komponenten dar. Ohne ihn wäre jeder noch so gute Aufbau, jede noch so gute Optik, jeder noch so leistungsstarke Laser nichts wert.

Der Aufbau

In den Grundlagen haben wir erfahren, dass es zwei wesentliche Hologrammtypen gibt, zum einen das Transmissionshologramm und zum anderen das Reflexionshologramm. Transmissionshologramme müssen mit der selben Lichtquelle betrachtet werden, mit der diese aufgenommen wurden. Reflexionshologramme dagegen, bieten den Vorteil, und deshalb sieht man im Alltag fast ausschließlich diesen Hologrammtyp, dass man zur Betrachtung eines Reflexions-, oder auch Weißlichthologramms genannt, kein Laserlicht, sondern normales weißes Licht aus beispielsweise einer Halogenlampe verwenden kann.
Dies ist der Grund, weshalb es in der Regel mehr Sinn macht, Reflexionshologramme aufzunehmen, da diese bei der Betrachtung eben kein Laserlicht benötigen. Schließlich hat ja auch nicht jeder einen Laser zu Hause.
Wir haben des weiteren erfahren, dass diese beiden Hologrammtypen durch den physikalischen Aufbau bestimmt werden. So werden Transmissionshologramme hergestellt, indem man die Referenzwelle und die Objektwelle von einer Seite auf den Holographiefilm treffen lässt. Bei Reflexionshologrammen dagegen treffen Objekt und Referenzwelle von unterschiedlichen Seiten, also Referenzwelle von vorne und Objektwelle von hinten, auf den Film.
Es ist also eines klar, man muss vor jeder Aufnahme wissen, welchen Hologrammtyp man herstellen möchte, denn schließlich bestimmt dieser, die Aufbauapparatur und die Anordnung der optischen Komponenten.
Für gewöhnlich wendet sich der Holographie-Neuling zunächst den Reflexionshologrammen zu. Deshalb soll in dieser nun folgenden Beschreibung und auch den nachfolgenden Kapiteln lediglich die Herstellung von Reflexionshologrammen besprochen werden.

Grundüberlegung bei Aufbauten zur Herstellung von Reflexionshologrammen ist, dass - wie bereits erwähnt - Referenzwelle und Objektwelle von unterschiedlichen Seiten auf den Film treffen müssen. Für den Anfänger eignet sich hier besonders der sogenannte Denisyuk-Aufbau (Deshalb werden die nach diesem Aufbau erstellten Hologramme auch als Denisyukhologramme bezeichnet.) Das besondere an diesem Aufbau ist nämlich, dass er sehr wenige optische Komponenten enthält, was der einfacheren Handhabung zu Gute kommt.

Wie bereits erwähnt, wird auf die Stahlplatte unser eigentlicher Aufbau zur Hologrammaufnahme montiert. Grundlage bildet der auf Abb. xx erkennbare 2,2 Milliwatt Dauerstrichlaser, der rotes Licht aussendet. Der Laserstrahl wird mit einem hochreflektierenden Spiegel umgelenkt, so dass für die weitere Optik und die Aufweitung mehr Platz zur Verfügung steht.

Der vom Spiegel reflektierte Strahl wird über eine Linse aufgeweitet, so dass der Strahl das Aufnahmeobjekt komplett ausleuchtet. Nach der Linse folgt in einiger Entfernung die Filmhalterung.
Alle optischen Komponenten werden mit Hilfe von Magnetfüßen befestigt. Als Halterungen wurden Stativstangen und Stativhalterungen verwendet.Laser mit Halterung
Der Laser besitzt eine sehr gute Halterung, die für unter 5 Euro im Baumarkt erhältlich: Und zwar sind gummi-gepolsterte Schellen, wie sie zum Beispiel dazu verwendet werden, Rohre an der Wand zu befestigen, nahezu ideal als Laserhalterung ist (Abb. links).
Der Spiegel ist ebenfalls kein gewöhnlicher Spiegel. Es empfiehlt sich einen hochreflektierenden dielektrischen Laserspiegel zu verwenden, so dass möglichst wenig Intensitätsverlust des Laserstrahls bei der Reflexion am Spiegel entsteht.
Als Linse verwendet man am besten eine sehr kurzbrennweitige Linse (f < 5mm), denn dadurch hat man den Vorteil, dass der Strahl schneller an Fläche gewinnt und somit auch viel früher den gewünschten Strahlquerschnitt erreicht.Laserspiegel (links) und Kugellinse (rechts) mit Feinmechanik. Man kann also seinen Film näher an die Linse heranstellen, so dass der Aufbau insgesamt kompakter wird. Problematisch erweist sich in der Praxis die Justierung der Linse, denn der Laserstrahl muss exakt senkrecht durch die Linse hindurchtreten. Hat man zur Lösung des Problems keine Feinmechanik zur Verfügung, muss nicht gleich aufgegeben werden. Man kann die Linse auch ohne Feinmechanik befestigen, nur ist dann die Justierung etwas zeitaufwendiger.
Der aufgeweitete Strahl muss, um ein Hologramm auf dem Film zu erzeugen, auf den Film und ein Aufnahmeobjekt treffen. Da das Filmmaterial vor der Belichtung völlig transparent ist, kann der Film einfach mitten in den aufgeweiteten Strahl montiert werden. Dadurch erhält man einen Referenzstrahl der von vorne auf den Film fällt, und anschließend durch das Filmmaterial hindurchtritt. Dieser Strahl wird am unmittelbar hinter dem Film aufgestellten Objekt zum Film zurückreflektiert. Allerdings von der anderen Filmseite, als der Referenzstrahl. Die Bedingung zur Erzeugung eines Reflexionshologramms ist somit erfüllt.

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© Stefan Kremer, Januar 2002