Wissen | Hologramme selbst gemacht | Das Aufnahmematerial |
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Entwickler und Bleichflüssigkeit

Bei der Aufnahme von Hologrammen werden durch die besonderen physikalischen Bedingungen hohe Anforderungen an das Aufnahmematerial gestellt. Wie bereits in vorangegangenen Kapiteln erwähnt, soll auf dem Film ein Interferenzmuster (bei Transmissionshologrammen) bzw. ein Kristallgitter bei sogenannten Reflexionshologrammen aufgezeichnet werden, welche äußerst feine Strukturen besitzen. Somit muss das Filmmaterial ein sehr hohes Auflösungsvermögen und eine hohe Feinkörnigkeit vorweisen, was auch gleichzeitig der Grund dafür ist, weshalb gewöhnliche Filme aus der Fotographie hier keine sehr guten Ergebnisse liefern würden, da sie diesen Anforderungen nicht entsprechen.
Planfilmmaterial in lichtundurchlässiger Verpackung.Holographiefilmmaterial gibt es zum einen als Planfilm und zum anderen als Glasplatten, auf die eine chemische, lichtempfindliche Emulsion aufgetragen wurde.
Die Glasplatten haben den Vorteil, dass sie durch ihre Steifigkeit besser den hohen Stabilitätsanforderungen der Holographie gewachsen sind, Nachteil ist allerdings, dass sie um einiges teurer als Planfilm sind.
Den Planfilm kann man sich wie eine durchsichtige Overheadfolie vorstellen und besitzt demnach keine sehr hohe Steifigkeit. Deshalb muss man sich mit einem kleinen Kniff weiterhelfen, auf den später eingegangen werden soll. Planfilme sowie Glasplatten werden in verschiedensten Größen angeboten: Standart ist jedoch für den Anfänger in der Regel der 4x5 Zoll Planfilm, was 10x13 cm entspricht. Hier muss selbstverständlich je nach Größe des aufzunehmenden Objektes die Filmgröße angepasst werden. Man kann den Film einfach mit einer Schere teilen und auf die gewünschte Größe zuschneiden. Es macht zum Beispiel wenig Sinn, ein markstückgroßes Objekt auf einen 10x12 cm großen Film aufzuzeichnen.
Als sehr guter Film hat sich das Planfilmmaterial mit der Bezeichnung PFG-01 vom russischen Hersteller Slavich erwiesen. Er ist auf die Wellenlänge eines 632nm-Lasers abgestimmt und ist somit auf rotes Licht sensibilisiert (d.h. er wird bei Rotlicht belichtet). Um optimale Ergebnisse mit diesem Filmmaterial zu erreichen, also beste Diffraktionseffizienz, muss er mit einer durchschnittlichen Energie von ungefähr 90 Mikrojoule pro Quadratzentimeter bestrahlt werden. Man kann also die Belichtungszeit des Filmes, je nach Objektgröße, Oberflächenbeschaffenheit des Objekts und der Stärke des Lasers näherungsweise abschätzen.

Kleiner Exkurs: Von der Theorie her gesehen kann man mit dem noch so schwächsten Laser gute Hologramme aufnehmen, nur dass dann eben die Belichtungszeiten sehr groß werden, was wiederum zur Folge hat, dass über die gesamte Belichtungsdauer der Aufbau absolut schwingungsfrei stehen muss. Und bei Zeiten über 2-3min ist dies schlichtweg unmöglich. Aus dieser Tatsache erklärt sich, weshalb leistungsstarke Laser für die Holographie zum Einsatz kommen: Größere Leistung des Lasers bedeutet kürzere Belichtungszeiten und gleichzeitig weniger Störanfälligkeit des Aufbaus.

Der Film bei der Fotographie und auch bei der Holographie besteht für gewöhnlich aus einer Gelatineschicht, in die kleine Kristalle von lichtempfindlichen Silbersalzen (etwa Silberchlorid, Silberjodid oder Silberbromid) eingebettet sind. Fällt (Laser)Licht auf einen solchen kleinen Kristall, dann wird dieser durch die Entwicklung ganz in Silber umgesetzt. Statt des schön regelmäßig aufgebauten, nahezu transparenten Kristalls entsteht eine schwarze, fadenartige Struktur. Diese Struktur hat einen Durchmesser von ca. 400nm und weniger, je nach Beschaffenheit und Qualität des Filmes; man kann folglich bestenfalls einige hundert Linien pro Millimeter abbilden. Daher ist Filmmaterial aus der Fotographie wegen dem unzureichenden Auflösungsvermögen eher ungeeignet bei der Holographie, denn haben wir es doch in einem Transmissions- bzw. Weißlichthologramm mit weit mehr als 2000 Linien pro Millimeter zu tun.
Es ist zwar kein Problem fotographische Emulsionen mit einem kleineren Korn, d.h. kleineren Kristallen, die für die Holographie geeignet sind, herzustellen, doch bringt dies mit sich, dass die Empfindlichkeit des Films viel geringer wird.
Bei Holographiefilmmaterial liegt die Korngröße bei ca. 10-35nm und das optische Auflösungsvermögen bei ungefähr 3000-7000 Linien pro mm.
Eine unangenehme Nebenerscheinung, stark bemerkbar bei Reflexionshologramm, ist, dass die Emulsionsschicht nach dem Entwickeln und Trocknen um ungefähr 15% geschrumpft ist. Die "spiegelnden" Schichten im Reflexionshologramm kommen dadurch dichter zueinander, und das Bild erscheint in einer Farbe kürzerer Wellenlänge (zum Beispiel wird rot zu grün).
Leider ist hochauflösendes Filmmaterial, wie es bei der Holographie verwendet werden muss, nur sehr schwer erhältlich. Grund dafür ist, dass es nur sehr wenige Anbieter bzw. Vertreiber von Holographiefilm in Deutschland gibt. Dies erklärt sich aus der begrenzten Nachfrage. Wir beziehen unser Filmmaterial von der Firma TOPAG, die Holographiefilme vom russischen Hersteller Slavich vertreibt (Adresse siehe bitte im Anhang).

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© Stefan Kremer, Januar 2002