Wissen | Hologramme selbst gemacht | Entwickler und Bleichflüssigkeit |
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Betrachtung des Hologramms

Da es für die Holographie keine fertigen Entwickler- und Bleichflüssigkeiten gibt, wie es bei der Fotographie der Fall ist, müssen in der Regel die Lösungen selbst hergestellt werden. Grundsätzlich sollte man sich genau informieren, welches Filmmaterial man benutzt, denn meistens gibt es für einen bestimmten Holographiefilm Rezepte und Verarbeitungsvorschläge, die genau auf den Film abgestimmt sind, um optimalste und brillanteste Ergebnisse zu liefern.
Wie bereits erwähnt, benutzen wir den russischen Film PFG-01 (von Slavich). Es existiert zwar ein detaillierter Verarbeitungsvorschlag für diesen Film (erhältlich bei der Firma TOPAG), jedoch sind die dafür nötigen Chemikalien nur schwer zu bekommen, weshalb wir zwei Rezepte aus Peter Heiß`s Holographie-Fibel benutzen (siehe Literatur- und Quellenverzeichnis).
Wie man sieht, ist es fast egal, welchen Holographieentwickler bzw. Bleichmittel man wählt, sie unterscheiden sich lediglich in der späteren Qualität des Hologramms. Doch keine Sorge: Für gewöhnlich merkt man als Hobbyholograph zunächst kaum Unterschiede.
Wir persönlich haben recht gute Erfahrungen mit dem Pyrogallol-Entwickler und der Kaliumdichromat-Bleiche gemacht. Im folgenden soll nun beschrieben werden, welche Utensilien und Vorgehensweisen zur Herstellung der Entwickler- und Bleichflüssigkeit nötig sind.
Ist die Entscheidung für einen geeigneten Entwickler und einer Bleiche gefallen, so muss man sich die benötigten Chemikalien und Utensilien, wie Feinwaage, Flaschen, Trichter, Spatel, Messzylinder etc. besorgen.
Hat man diese Gerätschaften sowie die "Zutaten" zusammen, kann es eigentlich losgehen. Je nach Art des Entwicklers besteht er, wie beim Pyrogallol-Entwickler, aus mehreren Bestandteilen, die vor jeder Hologrammaufnahme in einem bestimmten Verhältnis gemischt werden. Die einzelnen Bestandteile sind getrennt relativ lange haltbar, wobei dies selbstverständlich von Chemikalie zu Chemikalie verschieden ist.
Zunächst wird die Chemikalie eines Bestandteils mittels einer Waage abgewogen. Dazu ist es vorteilhaft, wenn man die Chemikalie (meist in Pulverform), auf einen Rundfilter oder ein Blatt Papier gibt, um dann ein-facher die abgewogene Chemikalie in das flüssige Medium, in den meisten Fällen wird destilliertes Wasser verwendet, geben zu können. Unter ständigem Umrühren lösen sich die zuvor pulverförmigen Chemikalien im Wasser auf und es entsteht eine Lösung (Abb links). Je nach verwendetem Entwickler können es auch mehrere Chemikalien sein, die Bestandteil einer Lösung sind. Lösungsmittel ist jedoch in der Regel destilliertes Wasser. Wie viel Lösungsmittel verwendet werden muss steht im Rezept. Nachdem sich alle Chemikalien im Wasser vollständig gelöst haben, schüttet man die Lösung in eine Flasche und verschließt diese luftdicht. Bei mehreren Bestandteilen der fertigen Entwicklerflüssigkeit verfährt man entsprechend. Die Chemikalien können eventuell lichtempfindlich sein, deshalb empfiehlt es sich, dunkle, getönte Flaschen zu verwenden und diese vor Tageslicht geschützt zu lagern. Es ist aber nicht allzu schlimm, wenn man die Chemikalien auch im hellen lagert, wenn man sie innerhalb von einigen Wochen verbraucht.
Welche Menge pro Aufnahme benötigt wird, hängt unter anderem von der Größe des Entwicklerschälchen ab, denn die Flüssigkeit sollte ca. 2-3 cm Höhe darin einnehmen, damit das Hologramm vollständig vom Entwickler umgeben ist. Deshalb ist es nicht unbedingt klug, großflächige Schälchen zu verwendet, da es ausschließlich darum geht, das Hologramm mit Entwicklerflüssigkeit zu umgeben. Größere Schälchen bedeuten daher auch immer eine größere Menge an Entwicklerflüssigkeit. 200-400ml Entwicklerflüssigkeit sollten in der Regel pro Aufnahme reichen.

DieHerstellung der Bleichflüssigkeit geschieht im Prinzip ähnlich, nur dass die Chemikalien der Bleichflüssigkeit oft giftig sind und deshalb erhöhte Vorsicht und Konzentration geboten ist. Kaliumdichromat-Bleiche steht zum Beispiel im Verdacht krebserregend zu sein. Die Bleiche ist normalerweise unbegrenzt haltbar, kann also nach dem Bleichvorgang wieder in die Aufbewahrungsflasche zurückgeschüttet werden.

Grundsätzlich sollte man immer Handschuhe bei der Herstellung von Entwickler- und Bleichflüssigkeiten tragen. Kommt eine Flüssigkeit oder eine Chemikalie dennoch auf die Haut oder in die Augen, so ist sie umgehend mit Wasser abzu-spülen und eventuell ein Arzt aufzusuchen.

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© Stefan Kremer, Januar 2002